Kinderhaus St. Ursula verabschiedet Herrn Pfarrer Wolfgang Reischl

Das Kinderhaus Sankt Ursula verabschiedet Herrn Pfarrer Wolfgang Reischl
Der Beginn der Zusammenarbeit vor 16 Jahren war holprig und nervenaufreibend. Das bestreitet niemand. Wenn wir jetzt auf die vergangenen 16 Jahre zurückblicken, dann stellen wir jedoch alle fest, dass sich sehr viel beWEGt hat. Unserem Pfarrer wollten wir vom Kinderhaus zum Abschied eine Gottesdienstgestaltung schenken. Dieses Angebot nahm er sehr gerne an. So versammelte sich die „Kinderhaus-Familie“ am Sonntag, den 22. Juli zu einer gemeinsamen Gottesdienstfeier mit dem Thema „Wege und Spuren“. Die Kindergartenkinder übten für diesen besonderen Anlass viele Lieder ein, die den feierlichen Rahmen für den Gottesdienst garantierten. Kyrie, Fürbitten und Credo trugen die Vorschulkinder vor.
Die Pädagogische Leitung, Gabi Berger, verglich den Kinderhaus-Chef mit einem Winterreifen. Ebenso wie dieser habe Pfarrer Reischl Profil. Er sei eine markante Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, an denen man sich reiben könne. Ein profilierter Mann, der nachhaltig Spuren hinterlassen habe und andere beeindrucke. Im Kinderhaus waren alle mit seinem griffigen Profil auf der sicheren Seite, kamen gut und schnell vorwärts und flogen nicht aus der Bahn. Seine Argumente, Überzeugungen, Taten in der Kita waren stets griffig, greifbar, mitunter auch angreifbar. Gabi Berger betonte, er habe viele Spuren hinterlassen. Dafür gebührt ihm herzlichster Dank.
Bei einem Rückblick ließen die Mitarbeiter die prägnantesten Spuren Revue passieren:

Pfarrer Reischl kam im September 2002 nach Steinach. „Liebe auf den ersten Blick“ war es sicher nicht zwischen ihm und dem damaligen Kindergarten. In der 30-Jahr-Feier formulierte er selbst es so: „Ich unterzog den Kindergarten einer Rosskur.“ Diese Genesungskur dient uns als erste Spur.

Die Energetische Sanierung 2008 war ein weiterer Meilenstein seiner Arbeit im Kindergarten.

Als verstärkt U3-Kinder in die Kindergärten drängten, entwarf er das Landkreis weit einzigartige „Steinacher Modell“ und 2008/09 startete eine Kleinkindgruppe.

2010 wurde ein Deckelungsvertrag mit der Gemeinde Steinach geschlossen. Pfarrer Reischl bezeichnete die Gemeinde Steinach als „Krankenversicherung“. Tatsächlich stellt die gute Zusammenarbeit zwischen Pfarrei und Gemeinde fast eine Lebensversicherung dar.
2011 wird die erste Krippengruppe eingeweiht. Die Gruppe Sonne kann von 12 Kindern besucht werden.

Zeitgleich zum Krippenneustart werden Schulkinder am Nachmittag in den Kindergarten zur Betreuung aufgenommen. Der Kindergarten wird zum Kinderhaus.

2013 meldet Pfarrer Reischl unser Haus für den Projekt-Wettbewerb Ökokids an. Gleich im ersten Jahr erhalten wir mit 3 Raben die bestmögliche Auszeichnung. Seine Idee der Hühnerhaltung im Kindergarten überzeugt alle Juroren. Seitdem haben wir jedes Jahr sehr erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen.

2014 wird das Kinderhaus nochmals erweitert und eine zweite Krippengruppe eingeweiht. Die Gruppe Sternschnuppe kann von 15 Kindern besucht werden.

2015 teilt er die Leitungsaufgaben in Pädagogische und Wirtschaftliche Bereiche auf und führt eine Doppelspitze ein. Das Geschäftsführer-Modell der Caritas wird beendet und Steinach geht auch hier einen neuen, eigenen Weg.

2016 steigen die Kinderzahlen und der Platz im Kinderhaus wird wieder zu wenig. Zeitgleich wird der Wunsch nach einem neuen pädagogischen Weg größer. Er setzt mit aller Kraft die Erweiterung um eine Waldkindergartengruppe durch. Im September 2017 starten die Rumpelwichte in Bärnzell.

2017/18 wird der in die Jahre gekommene Altbau saniert. Es werden neue Böden verlegt und die Garderobe wird umgestaltet.
Die vielen Spuren, die Pfarrer Reischl im Kinderhaus hinterlässt verdienen wahrlich Applaus. Die Mitarbeiterinnen nahmen die Sportfreunde Stiller als Beispiel und applaudierten mit dem umgetexteten Lied „Applaus, Applaus für Ihre Spuren“.

Den feierlichen Schlusspunkt des Gottesdienstes setzten die Kindergartenkinder, die Pfarrer Reischl mit dem Lied „Der Segen Gottes möge dich umarmen, egal wohin dich deine Wege führen“ verabschiedeten.